Business-Podcast für Marken und ihre Macherinnen

Sonja Kiefer, Modedesignerin - über ihren Werdegang und ihren Erfolgsfaktor Beständigkeit

November 11, 2022 Sonja Kiefer, Sibel Brozat Season 3 Episode 9
Business-Podcast für Marken und ihre Macherinnen
Sonja Kiefer, Modedesignerin - über ihren Werdegang und ihren Erfolgsfaktor Beständigkeit
Show Notes Transcript Chapter Markers

SOPHISTICATED SEXY SONJA KIEFER Sonja Kiefer – geboren wurde sie im Dezember 1972 in Frankfurt am Main. Für die Zusammenarbeit mit renommierten Designern zog es sie um die halbe Welt. Mittlerweile sind die Modedesignerin und Unternehmerin in München zu Hause angekommen. Ihre Mode, ihre Ideen und auch ihr Erfolg sind so international wie ihr Lebenslauf geblieben. Nach Abschluss des Modedesignstudiums an der internationalen Modeschule ESMOD arbeitete sie mit Lolita Lempicka in Paris, Oscar de la Renta, Nicole Miller und Todd Oldham in New York zusammen. “Ihre Mode ist die pure Lust”, so betitelt ein international bekanntes Modemagazin eine groß angelegte Reportage über die Designerin und ihre Mode. Mehr als 160 Verkaufsstellen weltweit sehen es wohl genauso.

Bereits mit 24 Jahren zeigte sie 1996 erstmals ihre eigene Kollektion unter dem Label SK-SONJA KIEFER, dem Gründungsjahr der Sonja Kiefer Design GmbH. Seitdem hat die Designerin diverse Auszeichnungen, wie den „New Faces Award“ und den „LVMH Award“ für Abendmode entgegengenommen.

 Prominente Damen aus ganz Europa lieben für ihre Auftritte die Traumroben der Münchner Designerin.

Aber nicht nur Prominente sind von der Mode begeistert, auch internationale Konzerne sicherten sich bereits die Dienste der Designerin für außergewöhnliche Projekte. Unter anderem entwarf Sie im Zuge einer Kooperation mit BMW die Ausstattung von diversen Sondermodellen.

Die SONJA KIEFER DESIGN GmbH produziert in der EU in eigenen Produktionsbetrieben und vertreibt ihre Kollektionen über führende Handelsagenturen weltweit.

Wir sprechen über die Anfänge von Sonja Kiefer, wie es dazu kam dass sie ihre eigene Modelinie gegründet hat, wer sie inspiriert hat, über ihre Kollektion und worauf sie achtet, über Handel und E-Commerce, die Entwicklungen und Achievements in all den Jahren, und vieles Spannende mehr.

Es lohnt sich reinzuhören.

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Herzlichst,

Sibel Brozat

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Sibel Brozat:

Willkommen im Women in Fashion Germany ihre Macherinnen. Mit mir, Sibel Brozat, und mit spannenden Talkshow Gästen.

Heute zu Gast:

Sonja Kiefer. Liebe Sonja, schön, dass du heute bei uns in der Show bist.

Sonja Kiefer:

Hallo. Freut mich sehr, dabei zu sein.

Sibel Brozat:

Magst du uns erzählen, wer du bist und was du

Sonja Kiefer:

Ja, mein Name ist Sonja Kiefer. Ich bin Modedesignerin, habe seit über 25 Jahren eine Kollektion am Markt und Schwerpunkt Kleider, also Abendkleider Cocktail Kleider gibt es schon ganz, ganz lange. Das ist so meine, meine Leidenschaft, eigentlich die ganze ausgehe Mode. Und seit zwei Jahren, jetzt oder anderthalb Jahren gibt es eine Nebenlinie Sonja Kiefer Studio. Das ist nicht wirklich Abend, Mode, aber auch Ausgehen, Mode, das heißt viel veganes Leder, Jersey Kombinationen und alles so ein bisschen. Ja, der über beschreibende Begriff, den hat eine Zeitung mal verwendet, ist eigentlich sophisticated, sexy. Und das fand ich sehr, sehr treffend. Das war vor über 20 Jahren, dass das eine Zeitung mal über die Kollektion getitelt hat. Und das trifft es für mich eigentlich sehr, sehr gut.

Sibel Brozat:

Würde ich auch sagen. Ich habe mir deine Ich kenne sie natürlich auch von vielen bekannten Stars und Sternchen, die deine Sachen tragen und habe gesehen, Ja, es ist sehr feminin, es ist sehr elegant und es hat auch einen Signature Style. Also du hast einen Signature Style. Vielleicht fangen wir mal von vorne an und vielleicht magst du so ein bisschen erzählen, wie deine Laufbahn oder Karriere als Designerin angefangen hat.

Sonja Kiefer:

Gerne. Ja, also ich habe eigentlich erst mal ja nach dem Abitur überlegt, was möchte gerne Mode, wo, wo geht man am besten hin? Wollte eigentlich erst mal in Deutschland bleiben zum Studieren und habe dann die Smooth gefunden. Das ist eine privat ein privat Studium nach einem Franchise System. Das heißt der Hauptsitz ist in Paris dieser Schule und es gibt in verschiedenen Ländern eben wird nach dem gleichen Programm der ESMT dann studiert, was den großen Vorteil hat, Wenn man später im Ausland arbeiten möchte und sich mit so einem deutschen FH Abschluss bewirbt, ist es manchmal ein bisschen schwierig, weil die können gar nicht einschätzen, was man da gemacht hat, was man kann. Und wenn man natürlich eine dieser internationalen Modeschule besucht, hat man da schon einen großen Vorteil, weil der Name dann einfach auch Begriff ist.

Sibel Brozat:

Und warst du da auch in Paris daheim?

Sonja Kiefer:

Nein, ich habe dann erstmal nur in München tatsächlich danach. Nach dem Studium bin ich für ein paar Monate nach Paris und dann für ein Jahr lang nach New York zum Arbeiten.

Sibel Brozat:

Was hast du gemacht in Paris und in New York? Ist bestimmt spannend.

Sonja Kiefer:

Das war sehr spannend. Ja, wobei natürlich einfache Zeit immer, weil man ist natürlich in so einem Entry Level Job oder Paris war es dann auch nur ein längeres Praktikum. Da muss man sich so in der Branche dann schon auch durchbeißen. Man muss natürlich finanziell auch sehen, wie man klarkommt. Man bekommt da nicht besonders viel von den Firmen, wenn man da Einsteiger ist. Die sagen natürlich, man kann froh sein, dass man, wenn man da ein bisschen größere Namen im Lebenslauf hat, dann da erst mal arbeiten kann und Erfahrungen sammeln kann und aber macht total viel Spaß und ist natürlich einfach was, was ich finde, sollte man auf jeden Fall auch gleich während oder nach dem Studium mal machen, wenn man noch nicht so etabliert ist, weil dann fällt einem das natürlich viel leichter, als wenn man irgendwo schon Strukturen hat, die man dann aufgeben muss.

Sibel Brozat:

Stimmt, und hast du da, kannst du da so ein warst?

Sonja Kiefer:

Ja, in Paris war ich bei Lolita. Lemper Die ist in Deutschland, glaube ich, hauptsächlich durch ihr Parfum bekannt geworden. So vertreten ist die nicht so wahnsinnig in Deutschland, ist aber eigentlich in Frankreich und auch dem restlichen Europa Dunst ganz, ganz gut vertreten. Und in New York war ich bei Oskar de la Senta zuerst, dann, das war vor Paris, dann bin ich nach Paris, und als ich zurückgekommen bin, war ich bei Todd Oldham und Nicole Miller.

Sibel Brozat:

Das sind alles renommierte Namen. Haben die dich irgendwie inspiriert für deine eigene Modelinie, oder wie hast du dann angefangen? Wann kam wo du dir klar, dass du deine eigene Kollektion machen möchtest?

Sonja Kiefer:

Ja, ich bin ja, wie gesagt, dann nach meinem Und dann war das so, dass ich einfach nach Anna, tja, ein, anderthalb Jahren in New York Probleme mit der Aufenthaltsbewilligung hatte. Es war so, dass ich mich nach dem Studium beworben hatte. Man kann da Stipendien beantragen, jetzt nicht für das Studium sind, sondern auch als Entry Level, eben wenn man einen fünf Level Job hat. Im Ausland wird man praktisch über Stipendien von der deutschen Regierung unterstützt, weil die wissen, dass man eigentlich in einer Stadt wie New York nicht leben kann mit dem Gehalt, was man da erst mal bekommt. Und so ein Stipendium habe ich bekommen für New York, das liefen 3/4 Jahr. Und was ich aber irgendwie so ein bisschen übersehen hatte, weil ich, als ich das Stipendium unterschrieben habe, zu dem Zeitpunkt in Paris gearbeitet habe und nicht da gab es einen großen Abend, wo alles erklärt wurde für, für alle. Stipendien Empfänger, die er auf die ganze Welt dann ausgewandert sind, sozusagen. Und an dem Abend konnte ich nicht teilnehmen, weil ich eben in Paris nicht frei bekommen habe damals. Wir waren kurz vor der Modenschau und im Kleingedruckten. Irgendwo stand, dass ich mich nach Ablauf meines ersten Jobs maximal ein Jahr beträgt. Eigentlich verpflichtet, nach Deutschland oder zumindest nach Europa zurückzukommen, da die deutsche Regierung ja nun Geld in mich investiert hat und meine Auslandserfahrung und die möchte ich natürlich zurückbringen und nicht irgendwie im Ausland lassen. Und da war ich dann relativ geschockt, als ich das festgestellt habe, als ich nämlich nach dem einen Jahr mein Job in New York wechseln wollte und die Firma für mich dann die neuen Arbeitspapiere beantragen sollte. Haben nämlich angerufen, haben gesagt wir haben ein Problem, du hast eine Sperre im Zentralcomputer und dann kriegt man erstmal ein riesen Schock, weil so eine Sperre im Zentralcomputer können eigentlich nur Regierungen setzen und das steht bei Schwerverbrechern oder ähnlichem. Also man ist da erst mal total ratlos und dann klärte sich das relativ schnell auf, wo diese Sperre herkommt.

Speaker3:

Ähm.

Sonja Kiefer:

Ja. Um es ganz kurz zu machen ich habe gegen Meinung nach nicht genug drauf hingewiesen wurde. Es ist so ein prägnanter Punkt. Und wie es aber in den USA ist, es geht ja alles ein bisschen schneller und ein bisschen schneller als bei uns, gerade im Jobmarkt. Das heißt, der Job war natürlich weg, da kam nicht gewartet, ob ich meine Klage durchbekommen oder nicht. Die hat sich auch über ein halbes Jahr gezogen. Ich habe dann die USA verlassen müssen, weil ich dann eben auch ohne Aufenthalts, also ohne Arbeitsbewilligung, auch keine Aufenthaltsbewilligung mehr hatte. Und ja, habe mich dann zurückgefunden in meine Heimatstadt Frankfurt, wo ich aufgewachsen bin, und habe angefangen, mir so dem deutschen Mode Markt mal anzuschauen, wo man so arbeiten könnte. Nach New York und Paris. Und dann habe ich festgestellt, dass eigentlich alle Firmen, die so ein bisschen in Deutschland größer sind oder zu der Zeit war das eben Boss hat gerade die Linie aufgebaut. Wäre interessant gewesen. Jil Sander Keine Ahnung. Also Hamburg war jetzt nicht so meins. Und ansonsten Metzingen. Stinnes war ein Thema vom Style, auch Nördlingen. Also da habe ich mir dann diese Städte mal angeschaut und habe gedacht, okay, das ist jetzt echt ein Kulturschock. Ich würde eigentlich ganz gerne wieder zurück nach München, wo ich studiert habe. Und wahrscheinlich soll es dann so sein, dass ich mich einfach jetzt selbstständig mache und meine Erfahrungen nutze. Und ich hatte so gute Erfahrungen auch in New York und so positive Erfahrungen, Dass sich also in dem Team, in dem ich zum Beispiel für Nicole Müller entworfen habe, wurden dann Sachen in der Presse am nächsten Tag veröffentlicht. Nach unserer großen Modenschau eben zu der New York Fashion Week. Und Nicole Miller wurde gelobt für diese Entwürfe. Und das war, das war, glaube ich, auch so ein Knackpunkt, wo ich gesagt habe, es hat mich total gefreut. Das war natürlich eine riesen Ehre, dass die gesagt haben Oh Nicole, Miles Fresh ist bei dir for the season und es ist aber habe scheiße. Eigentlich möchte ich, dass da mein Name steht in Zukunft und nicht nur Köln Miller, der hat das ja gar nicht gemacht und das war mit so ein so eine Entscheidung, dass ich mich früher oder später mal selbstständig mache. Und ja, jetzt war es dann aufgrund dieser ganzen Gegebenheiten schneller als ich geplant habe, weil ich hatte nicht vorher eigentlich so schnell aus USA zurückzukommen verstehe.

Sibel Brozat:

Was ich ganz spannend finde ist, dass immer Tür zugeht, dass eine andere aufgeht. Und vielleicht ist es ja immer ganz gut, vielleicht soll's ja so sein. In deinem Fall war es ja so und und dann hast du also angefangen. Ich weiß gar nicht. Vielleicht kannst du gleich noch mal erzählen, wie leicht oder wie schwer dann die Gründung am Anfang war, weil am Anfang warst du ja noch so no name und die Zeiten waren andere. Vielleicht waren sie auch bessere als heute. Da können wir auch gleich noch mal drauf eingehen. Und was mich auch noch total interessieren würde, wer dein Style inspiriert hat.

Sonja Kiefer:

Hm, also ich habe dann wie gesagt so ein selbstständig zu machen. Ich habe gesagt okay, ich.

Speaker3:

Ich.

Sonja Kiefer:

Hab ein paar Freunde, auch aus der Branche, paar Designer gekannt, die sich auch schon selbstständig gemacht hatten, die einfach Jahre vor mir schon Abschluss gemacht hat und habe die kontaktiert, habe die um Hilfe gebeten. Wo kann man Muster nähen, wo bekommt man Schrittmacher? Und hat meinem Papa hat mir zur Seite gestanden bei der Firmengründung, dass wir dann das rechtlich auch alles richtig machen? Oder ging es eigentlich sehr, sehr schnell los? Und auch da muss ich sagen, ist wieder es gibt immer zwei Seiten. Also genau wie mit dem Ausland, auch mit dem sehr früh selbstständig machen. Ich war ja knappe 24, dass man irgendwie der Druck ist noch nicht so groß. Also wenn ich natürlich einen Job verlasse, wo ich schon gutes Geld verdient habe, eine Family hab, Kinder, dann habe ich natürlich, dann bin ich nicht so flexibel, dann habe ich einen wahnsinnigen Druck, auch gleich wieder dieses Geld zu verdienen, was ich vorher in meinem Job verdient habe. Wenn ich jetzt eben als als 23-jährige aus New York zurückkomme und eigentlich wieder neu anfange und da habe ich natürlich einfach super viel Idealismus und wahnsinnig viel Energie und auch noch noch keine Einschränkungen. Also man, man stürzt sich da einfach mal ins kalte Wasser und setzt sich jetzt einfach mal aus. Und von daher habe ich das im Nachhinein empfinde ich das als Das war eigentlich total easy und ich bin wie gesagt sehr froh, dass ich das so früh gemacht habe, weil ich war so unbedarft auch und es konnte mich eigentlich fast nur positiv überraschen. Und ich habe auch immer im Hinterkopf gehabt, wenn das in ein, zwei Jahren nicht einigermaßen läuft, dann dann. Diese Klage in New York lief ja auch parallel, da geh ich halt wieder zurück, dann mache ich was anderes. Also ich war völlig, völlig frei, auch in meinen Entscheidungen. Und ich glaube, dass wie du sagst, da gehen Türen zu und andere wieder auf. Und wenn man dann manchmal auch nicht zu verbissen an Dinge rangeht, sondern sehr einfach sagt ich probiere es jetzt, ich habe das Gefühl, das passt zu mir und ich mach das dann dann. Muss man natürlich im Businessplan haben. Das ist gar nicht die Frage. Der muss strukturell sein. Aber ich glaube, alles andere kann man manchmal so ein bisschen auch aus der Emotion entscheiden.

Sibel Brozat:

So aufs Bauchgefühl hören, sagst du dir Und was ist aus der Klage geworden?

Sonja Kiefer:

Die habe ich gewonnen. Aber dann, ja, ich glaube, acht, neun Monate später, da hatte ich die Firma dann schon eingetragen, hatte mir eine Wohnung in München gesucht und ich hatte das Glück, dass es alles sehr, sehr schnell ging am Anfang. Also ich habe mir irgendwie eine kleine Kollektion mit 20 Teilen gebastelt, habe mich auf Messen angemeldet. In damals gab es die große Inter Jeans noch in Köln. Das war eine sehr, sehr große. Es war damals noch mehr Young Fashion. Ich wollte schon immer ausgehen, Mode machen, aber es waren keine Abendkleider, sondern es waren mehr so ausgeht Taille Kombinationen. Ich habe mich da angemeldet, habe mich auch gleich in meinem Van in Paris auf eine Messe angemeldet und dachte Ach, zeigst du überall gleich mal deine Kollektion und habe eigentlich recht schnell die ersten Kunden gefunden. Und dann kamen eigentlich die Probleme. Erst gar nicht mit dem Kunden finden, sondern die Struktur der Firma dann wirklich auch aufzubauen, Produktionen zu finden. Und auf einmal ging es um Vorfinanzierung. Du hast halt ein Budget, wo du sagst okay, weiß, das war damals, das ist eine GmbH. Das waren damals dann eben 25.000 DM, die man einzahlen musste, um diese GmbH zu gründen als Sicherheit. Und das reichte aber dann plötzlich bei weitem nicht, weil wie gesagt, dann kommt der Erfolg, es kommen die Aufträge und du musst diese Produktion ja vorfinanzieren. Du musst Stoffe einkaufen, du musst die Schnitte nachher bezahlen, du musst die Muster Kollektion bezahlen, die Messe und der Kunde hat ja ein Zahlungsziel nachher. Also da kamen dann auf einmal die Probleme, wo ich gesagt habe Schau jetzt, das hat gar nichts mit deinem Designer Dasein auf einmal zu tun. Und das hast du leider auch im Studium nicht ganz so gut behandelt, dieses ganze Thema. Das waren dann eher die großen Herausforderungen für mich.

Sibel Brozat:

Ja, auf die möchte ich gleich noch mal Eine Frage von vorhin ist noch offen, wer dich inspiriert hat für deinen?

Sonja Kiefer:

Ja, er hat mich inspiriert. Ähm, also, ich glaube, ich hatte schon immer einen sehr eigenen Style. Ich. Mag es relativ geradlinig. Ich bin kein großer Muster Fan. Ich habe verschiedene Personen eigentlich immer bewundert für ihre Arbeit. Also zu der Zeit, als ich mich selbstständig gemacht habe, hat zum Beispiel gerade Tom Ford Gucci. Übernommen als Designer. Und das habe ich zum Beispiel zu dem Zeitpunkt unheimlich bewundert, weil er hatte so einen, einen cleanen, geraden, sehr scharfen Cutter. Also die Teile waren sexy und und super toll. Ich habe Jil Sander immer für ihre Konsequenz bewundert, obwohl mir jetzt zum Beispiel ihr Stil. Das heißt immer nicht, dass ich den Stil eins zu eins unbedingt tragen oder oder dass das mein absoluter Style wäre, weil sie war mir zum Beispiel zu pur. Aber ich habe mich gewundert, in welcher Konsequenz sie diese Linie durchgezogen hat. Und so habe ich eigentlich ja, in verschiedenen Dekaden haben mich verschiedene Designer beeinflusst mit dem, wie sie an die Arbeit rangegangen sind. In New York habe ich für Oscar de la Render gearbeitet, der so ein bisschen als der New Yorker Couturier, der der Szene gilt und so alle Präsidenten Gattinnen immer auch eingekleidet hat und und alle, alle Shows daraus und von ihm habe ich zum Beispiel gelernt, wie er seine Firma geführt hat. Also er hatte die Firma, hatte so eine Seele, die war mitten in New York, weil es wie so ein kleines Pariser Atelier, obwohl die Firma gar nicht klein war. Aber er hat das alles ausgelagert. Auch er hat nur ein Kernteam behalten. Er hat immer Ruhe bewahrt, was ich gar nicht kannte, weil vor den Modenschauen wird es normalerweise sehr hektisch. Alle arbeiten bis nachts um drei, sind total fertig und er war der Einzige, der das immer so ganz auf eine ganz andere Art und Weise gemacht hat. Das heißt, da gibt es wirklich sehr, sehr viele Inspirationsquellen.

Sibel Brozat:

Das sind sehr schöne Inspirationen. Es muss ja nicht immer, wie soll ich sagen, das Nachmachen sein. Nachmachen wäre ja auch langweilig. Also es ist ja gerade schön, wenn du hier den Business Pfad gut findest, hier die Geradlinigkeit, hier die Sexiness und dann brauchst du so genau.

Sonja Kiefer:

Und dann übernimmst du von allem, was dir was dich beeindruckt hat und was du bewunderst und sagst, Das werfe ich jetzt zusammen. Und dann wird es mein, mein Style eigentlich.

Sibel Brozat:

Wie würdest du deinen Style jetzt Also dein USP, also sophisticated, sexy, so vom Style her? Aber was ist denn so deine durchgängige rote Linie oder dein USP? Woran man gleich erkennt, das ist jetzt ein Sonia Kiefer Piece.

Sonja Kiefer:

Also ich glaube, man erkennt es wie gesagt an Es ist eigentlich immer irgendwie körperbetont. Also du wirst bei mir wenig so riesige Walle Walle Kleider finden. Klar gibt es auch mal enges Oberteil unten weit, oder? Das muss nicht alles nur eng sein, aber für mich ist immer wichtig, dass man, dass die Trägerin im Vordergrund steht und nicht das Kleidungsstück. Also meine Kleidungsstücke sind nie zu laut. Die sind zwar schon auffällig, aber sie unterstützen eigentlich immer die Präsenz der Trägerin. Und ich finde, jeder hat ja irgendwas, was er an sich mag und danach sollte er dann auch eben seine seine Mode aussuchen. Ich Mag meine Beine nicht sonderlich, also trage ich meistens lange Röcke oder lange Kleider. Das weiß ich, das steht mir gut. Und dann setze ich mich so entsprechend in Szene. Andere lieben ihre Beine, die tragen kurz. Gleiche ist es mit Oberteilen. Also man sollte sich, glaube ich, als erstes, auch wenn man Mode kauft, immer erst mal nicht über den Trend Bewusstsein, der gerade herrscht, sondern man sollte sich erst mal über sich selber bewusst sein. Was? Mag ich an mir, was möchte ich betonen, was möchte ich herausarbeiten? Wo sind meine Vorzüge und was möchte ich vielleicht ein bisschen verstecken, auch wenn andere das manchmal gar nicht so sehen und sagen Nein, du hast doch gar keinen Bauch und mich selber nervt da Aber weil es auch wenn es nur ein Mini Bauchansatz ist, dann muss ich einfach vorher gucken. Okay, was wähle ich, welche Mode wähle ich und dann muss das nicht immer der Trend komplett umgesetzt sein. Also ich finde zum Beispiel diese flotte Hosen war ein ganz tolles Beispiel. Wir haben eine weite 7/8 Hose oder 3/4 je nach Größe der Dame, die dann oft auf Mitte Wade endete. Schwierig, um ganz ehrlich zu sein. Da kann man auch jeden Mann fragen, wie toll er diesen Trend fand. Die flippen alle aus vor Begeisterung. Es machte ganz wenige Frauen schön. So, wenn ich jetzt wirklich groß bin, ganz schmale Beine habe, immer ganz hohe High Heels trage und ich weiß, also wenn ich das umsetze und entsprechend kombiniere, ja, dann hat das funktioniert. Aber für den Ottonormalverbraucher hat dieser Trend eigentlich nicht funktioniert. Und das finde ich immer viel wichtiger, dass man nicht jedem Trend hinterher rennt, nur sondern überlegt, welcher dieser vielen, vielen Trends, die es gibt, ist der, der für mich auch funktioniert, den ich umsetzen kann. Und deswegen ist meine Kollektion auch immer in sehr verschiedene Richtungen. Also dass man, dass man wirklich in diese, in diese verschiedenen Optionen auch eintauchen kann und kombinieren kann. Und gut, beim Abendkleid ist natürlich sowieso einfacher im Sinne von Trends, weil es nicht so ganz diese dieser Struktur unterliegt.

Sibel Brozat:

Sag mal, kannst jetzt im Lauf der Jahre so Beispiel gegeben. Das ist einfach schwierig zu kombinieren das Teil und es steht auch nicht jedem. Aber kannst du so grundsätzlich sagen okay, jetzt mache ich ein Kleid mit den und den Vorzügen in der Länge oder ich mache dieses Outfit. Kannst du dann so im Vorfeld schon abschätzen, wie gut sich das verkauft? Oder siehst du dann schon deine potenzielle Kundin vor dir? Wie wie gestaltest du deine Kollektion?

Sonja Kiefer:

So schön?

Sibel Brozat:

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Speaker3:

Oh.

Sonja Kiefer:

Ja, von bist. Wir haben natürlich viele Trapez an verschiedenen Stellen arbeiten. Also wir arbeiten viel mit Stretch und diese Trapez kaschieren natürlich immer schön. Das sind wieso Body Shape, wenn man diese Kleider anzieht. Und wenn man das gut umsetzt, dann weiß man immer schon, man hat da natürlich auch eine Zielgruppe, die jenseits der Größe 34 36 liegt. Also die verkaufen sich natürlich auch in großen Größen ein bisschen besser. Harman Arm was, was viele Damen dann mögen. Mein Kunde ist auch nicht mehr XXL. Also der startet für diese Gruppe vielleicht mit Mitte 20 und ich würde aber sagen, meine Hauptzielgruppe ist zwischen 30 und Mitte 50 oder vielleicht sogar noch mal 60, weil wir haben oft auch die Braut Mütter, weil die 50 bis 60 jährigen sind heute ja teilweise super, eine Scheibe also das kann man ja auch nicht mehr so abgrenzen, wie man früher Zielgruppe in Alter abgegrenzt hat, grenzt man die ja heute eher in Typen ab. Und ja, man macht natürlich diese, diese klassischen Kleider, wo man weiß, die laufen einfach über mehrere Saisons und die haben immer wieder ihre Liebhaber. Ist nicht das, was mir so am am meisten Spaß macht in der Kollektion. Das sind natürlich, da sind auch Vernunft Entscheidungen dabei und das muss auch so sein. Und das ist auch in jeder Kollektion. Das geben manche Designer nicht zu, weil sie sagen Ich mache nur das, was ich auch tragen würde. Und so weiter. Es stimmt immer nicht ganz, weil sobald es ja auch für ein bisschen größeren Konzern arbeiten oder sobald da einfach eine gewisse Kommerzialisierung im Spiel ist, muss das größen umsetzbar sein, muss es auf eine gewisse Menge Masse der der Menschen umsetzbar sein. Dann macht man natürlich immer wieder auch ein paar extreme Teile. Mein Kleid im Moment, das ich am meisten liebe, ist so eine Cut out Dress aus veganem Leder. Das hat eben nur so ein Beispiel und es hat einen Cut out unter der Brust und es hat nur ganz schmale Träger. Ist sehr eng. Das finde ich ein mega cooles Teil und da weiß man aber von vornherein schon, da sind die Stückzahlen, die man verkauft, natürlich ein bisschen niedriger als von so einem klassischen Kleid.

Sibel Brozat:

Das Kleid habe ich auch schon entdeckt, oder? Bzw deine Kollektion mit Cut als sieht bombastisch aus, auch mit dem veganen Leder. Apropos Vernunft Entscheidung würde ich gerne noch mal so das Betriebswirtschaftliche anschauen. Also die Gründung, die war für dich bestimmt ganz schwierig, weil das ist glaube ich bei vielen kreativen Menschen so, da habe ich mich oft gefragt Wird das Betriebswirtschaftliche einem während der Mode Ausbildung nicht genug nahegebracht? Oder ist es vielleicht auch so, dass man als kreativer Mensch vielleicht auch das Thema gar nicht so gern hat und dem auch nicht genug Aufmerksamkeit schenkt? Ich weiß es nicht. Sag du es mir. Vielleicht ist es auch eine Mischung davon. Und dann ist natürlich die Realität eine harte Wenn, dann, wenn du deine eigene Marke gründest. Und das ist so viel Business und so wenig Kreativität am Anfang, bis du deine Sachen etabliert hast. Und dann ist es ja, ich weiß nicht, geht es dir vielleicht auch so? Mir geht es so Wenn ich dann mehr betriebswirtschaftliches macht, dann geht die Kreativität auch flöten. Und dann dauert es so ein Moment, bis man sich da so eingreift und das dann so seinen Lauf nimmt. Und da kannst du vielleicht gleich noch mal ein bisschen was dazu sagen und dann ist es ja so, das wird mich dann auch noch mal interessieren. Dann hast du angefangen mit Messen, sagtest du national international, denn damals gab es ja kein Internet und dann fing das ja ganz normal mit Hochsee und Handel an, wahrscheinlich. Das sind auch ganz spannende Erfahrungen, die unsere Hörerinnen sicherlich interessieren und dann so auch den Switch zu so eCommerce und so Direct to Consumer Sale und wie da dann wieder da eine Entwicklung war.

Sonja Kiefer:

Vielleicht ja. Also zu der ersten Frage, was den betriebswirtschaftlichen Teil angeht ja, ich glaube, also deine Vermutung liegt schon ein bisschen nahe, dass natürlich generell uns Kreativen immer dieses ganze Zahlenwerk so ein bisschen von vornherein widerstrebt und wir natürlich am liebsten nur kreativ sein wollen. Das geht nicht. Dann darf man nicht die Selbstständigkeit wählen, dann muss man natürlich als als angestellter Designer hat man da viel weniger mit zu tun, das ist ja klar. Da ist man wirklich dann im kreativen Bereich nur tätig. Bei mir ist es so es hat mich schon immer auch interessiert, solange es nicht überhand nimmt. Und ich bin schon jemand, der auch nicht künstlerisch nur denkt Also ich mache Mode, weil ich sie an den Menschen sehen möchte, weil ich sie im Handel sehen möchte, weil ich sie getragen sehen möchte. Für mich wäre es keine. Die Befriedigung, Mode als Kunst zu machen. Also als. Sicher ist es eine tolle Herausforderung, auch mal fürs Theater was zu machen oder zu einem Film. Aber viele Designer sehen sich so sehr als Künstler, dass sie wirklich gar keinen kommerziellen Anspruch an das Ganze haben. Und den habe ich schon. Ich hatte den immer, ich habe den, weil ich immer gesagt, ich möchte auch in einer Preislage sein, wo ich nicht völlig out of nowhere bin, sondern wo man einfach vergleichbar im Handel hängt, weil das Produkt soll auf die Straße, das soll auf die Straße, das möchte nicht auf einer Veranstaltung gehen. Die Leute sehen, ich möchte das sehen. Und ja, da muss man sich natürlich Stück für Stück rein fuchsen. Ich habe mir dann natürlich irgendwann auch Hilfe geholt, das ist ganz klar. Ich hatte die Kollektion zwischendurch auch mal in Lizenz vergeben, habe sie wieder zurückgenommen, weil ich eigentlich an dem Punkt stand, wie viel weiter jetzt wachsen. Und bin ich eigentlich Geschäftsführer und Stratege dieser Firma oder bin ich Designer, genau wie du sagst? Und dann habe ich dann natürlich hin und her überlegt und dann aber gesagt Ich möchte eigentlich meine Leidenschaft ist der Designer, ich möchte das sein und. Ja, habt ihr denn? Habt ihr eine Lizenz gegeben, habt aber dann auch wieder zurückgeholt ein paar Jahre später, weil das mich dann auch nicht so ganz glücklich gemacht hat und habt jetzt die Hilfe eigentlich intern und dann geht das ganz gut. Habe aber auch das ganz große Glück, dass ich einen Papa habe, der aus dem Management in der Wirtschaft kommt, schon schon länger im Ruhestand ist und der so ein bisschen das meine graue Eminenz im Hintergrund, also der schaut über alle Unterlagen immer noch mal drüber und prüft auch noch mal die Buchhaltung, Sachen und so und das gibt mir natürlich ein sehr sicheres, gutes Gefühl, dass da einfach auch keine kleine Fehler passieren. Und ja, im Studium wird das natürlich nur angekratzt, weil es ist kein BWL Studium, das ist klar. Also man hat da so ein bisschen Grund Voraussetzung, aber ich glaube man kann Leute bei einem Modedesign Studium auch nicht darauf vorbereiten auf eine Selbstständigkeit. Man kann sowieso Leute selten finde ich im Studium auf eine Selbstständigkeit vorbereiten und das Studium Beruf ist ja nun ein anderer. Also wie gesagt, wenn ich mich anstellen lasse, habe ich mit dem ganzen Kram wenig zu tun.

Sibel Brozat:

Kommen wir aus diesen Vertriebsstrukturen, mit dem Handel. Da mal gab es damals gab es ja nur das. Magst du da so ein bisschen deine Reise noch erzählen?

Sonja Kiefer:

Ja, also ich habe das eigentlich genau, wie Das heißt, wie du schon sagst, es hört sich an wie. Wie ein bisschen wie vor dem Krieg. Aber ja, es gab kein Onlineshopping. Es gab das Internet nicht in diesem Maße. Das heißt, man musste den ganz klassischen Weg gehen, Man musste sich auf einer Messe präsentieren. Die Einkäufer sind gekommen, man, man hat die For Order geschrieben. Also das ist heute auch noch so, da der Handel kommt, schaut sich die Kollektion an oder in den Showrooms, auf den Messen, sucht die Teile aus, die er möchte in den entsprechenden Größen und Farben. Diese Order läuft dann über 8 bis 10 Wochen. Man, man hat verschiedene Showrooms, verschiedene Agenten, die Aufträge werden gesammelt und dann wird Danach werden erst die Stoffe bestellt, die Zutaten bestellt man. Es gibt vorher nur eine Muster Kollektion und dann wird produziert und eigentlich ungefähr fünf Monate später geliefert.

Sibel Brozat:

Hat, denn das ist immer noch so, wie es

Sonja Kiefer:

Tag immer noch so? Ja, das ist eigentlich für man sich das. Also für den klassischen Großhandel ist das der normale Weg. Anders geht es eigentlich gar nicht. Jetzt gibt es natürlich große Firmen, die einfach ihre Verträge haben und sehr schnell bestücken, Also die dann sagen Ich arbeite mit dem Handel. Wir haben jeden Monat eine Kollektion vier, suchte zwei, drei Kollektionen schon mal aus und wir bestücken dann, dass ihr immer wieder neue Ware habt. Das ist aber eher so im Young Fashion oder sehr kommerziellen Bereich, in der Regel im hochwertigen Bereich eigentlich nicht. Also da habe ich nach wie vor eigentlich zwei Kollektionen, vielleicht noch zwei kleine zwischen Kollektionen mit verschiedenen Liefertermine. Aber das ist immer noch der Großhandel. Und natürlich hat sich jetzt über über die über das Online Shopping noch mal ein ganz anderer Markt entwickelt, wo man auch mal schneller reagieren kann, weil ich natürlich nicht diesen langen Vorlauf habe vom Handel, von Bestellungen. Das heißt, wenn ich sehe, gewisse Teile laufen online sehr gut, dann bin ich manchmal in der Lage zu sagen Ah, in dem Material, da gibt es jetzt noch schwarzes, veganes Leder oder was auch immer. Und diese Tops laufen jetzt sehr, sehr gut. Da geben wir uns schnell noch mal 50 Stück in Produktion. Also da reagiert man dann schon schneller. Und ja, das hat sich bei mir über die letzten Jahre dann natürlich parallel aufgebaut. Corona hat da noch mal einen riesen Schwung natürlich verursacht, was das Online Business angeht, weil selbst die vorher das so ein bisschen verteufelt haben und gesagt haben Nein, nein, ich fahr in die Stadt, ich schaue mir das online gar nicht an, haben sich ja dann in der Zeit doch daran gewöhnt und es ist ja auch nicht mehr zurückgegangen. Das heißt, der die Frequenz hat sich entsprechend gesteigert. Und für mich ist natürlich schön die Kombination. Ich habe den Kontakt durch den Onlineshop zum Endverbraucher, sehe, was er möchte. Auf der anderen Seite habe ich meine Order vom Handel und das sind wirklich zwei verschiedene Arten von Business auch. Und das Netz reagiert auch oft anders, als jetzt der Handel einkauft. Also das ist nicht immer gleich, von daher sind es beides sehr wertvolle Erfahrungswerte.

Sibel Brozat:

Kannst du sagen in Prozent wie viel das zum Onlineshopping, Umsatz?

Sonja Kiefer:

Ja, also da hat sich jetzt tatsächlich auf Online Umsatz entwickelt. Vor Coruna waren das zehn. Also da hat sich schon was getan.

Sibel Brozat:

Und hast du das kommen sehen oder warst du Onlineshop ganz am Anfang? Wie war da deine Haltung dazu?

Sonja Kiefer:

Ja, also ich war sicher nicht eine der Das muss ich ganz ehrlich sagen, weil den gibt es glaube ich jetzt. Sechs Jahre oder sowas. Also ist jetzt nicht. Weiß nicht wann die ersten ihre Online Shops dann wirklich hatten. Weil ich immer dachte haben Mode ist ein sehr schweres Thema dafür. Ja. Ja, ist es auch, weil ich natürlich sehr viele Punkte habe. Wenn ich jetzt Shirts verkaufe oder oder Jacken. Die sind nicht ganz so eng, die müssen nicht ganz so genau passen. Wie so ein Abendkleid ist es viel, viel schwieriger. Auf der anderen Seite ist es für den Kunden, habe ich festgestellt, ein Riesenvorteil. Gerade Abendkleid möchte man eigentlich mit der passenden Wäsche probieren, mit seinem Schmuck, mit verschiedenen Schuhen. Was habe ich für Taschen dazu? Es ist also ein gesamt Auftritt, den ich auch plane. Und das machen die Leute oder mich gern zu Hause. Also die lassen sich natürlich dann nicht nur ein, sondern zwei drei Kleider kommen. Dadurch hat man natürlich eine Return Quote, die schon bei 50 % liegt. Das muss man sagen im Abend Bereich. Aber ich sehe das immer. Anders, weil wenn ich zwei Kleider verschicke und eins kommt zurück, habe ich natürlich eine 50 Prozentige Return Quote. Aber eigentlich habe ich ja einen glücklichen Kunden und kauf Abschluss. Dass der nicht zwei Kleider behält, ist klar. Das heißt, man muss das immer so ein bisschen in die Relationen rücken. Manchmal. Und ja, es hat sich herausgestellt, dass generell die Luxus, Mode und auch gerade die Mode doch sehr, sehr netz und online tauglich sind. Man muss da ein bisschen lernen, welche Teile und welche nicht. Also zum Beispiel in schwarzes Kleid, was jetzt zwar viele Trapez hat, aber hoch geschlossen und lange Ärmel hat. Das ist einfach eine schwarze Suppe auf dem Display und das verkauft sich schlecht, weil der Kunde erkennt das nicht. Wenn es jetzt ein bisschen ein glänzendes Leder ist mit Cut out, so man sieht den Schnitt gut, dann geht es wieder. Also das ist anders als im Handel. Im Handel habe ich das vor mir. Und online sind gewisse Materialien schwer darzustellen.

Sibel Brozat:

Das hast du jetzt schön erklärt. Das ist ja noch mal eine Bestätigung dafür, dass es ja nicht entweder oder ist, sondern es ist immer eine Kombination, die irgendwie erfolgreich macht. Von vorn, weil es wird Online wird niemals dieses Anfassen und Fühlen und richtig gesehen ersetzen. Und trotzdem man erreicht halt vielleicht Kunden, die man sonst nicht erreicht. Vielleicht wollen die Leute zu Hause probieren, vielleicht sind sie zu weit weg von der Stadt. Es gibt ja x Gründe warum warum man online bestellt und jetzt sind wir ja wieder gerade in so einer spannenden Phase, weil jetzt kommt ja Web 3.0 und alles. Alle Zeichen sind auf Meter Ferse und auf. Auf neue Technologien und digitale Kleidung. Und so weiter. Wie ist da deine Meinung oder deine Haltung? Siehst du das Kommen für dich oder bist du noch ganz weit weg? Was für Emotionen und Gedanken hast du bei dem Thema?

Sonja Kiefer:

Ja gespalten. Ich weiß es nicht. Erst mal glaube ich, dass man diese ganze digitale Welt gar nicht verteufeln darf, weil wir haben es ja in der Vergangenheit gesehen. Und was, wie, wie wir Korona ohne ohne digitale Welt gelaufen ist, wäre ja, sei es für die Kinder im Online Unterricht, sei es für uns als Hersteller eine noch größere Katastrophe gewesen. Zum Schluss also, das heißt, es hat ja seine seine sehr, sehr vielen guten Seiten und es ist ja auch spannend. Finde zum Beispiel ist zwar ein anderes Thema auch ganz interessant, weil doch auch viele Firmen immer noch Social Media auch verteufeln und sagen das bringt eigentlich nichts. Aber es ist nicht so, es ist heute also ohne Social Media eine Kollektion zu bewerben, ist ja fast unmöglich, weil wo will man das noch machen? Also im Printbereich schwierig. Im gute Fernsehzeit hat eh noch nie jemand gebucht, außer der ganz groß. Also man hat da auf einmal Möglichkeiten bekommen, sich zu präsentieren für und das muss man ganz ehrlich sagen, relativ wenig Geld. Und früher hat man für so eine Anzeige, wenn man eine Seite oder eine halbe in der Zeitung wollte, dann hat es mal, ich weiß nicht wie viel 1.000 € gekostet und heute kann ich mich ja eben über auch Arbeit, aber kann mich sehr gut auf diesen Social Media Kanälen eigentlich präsentieren. Und ich glaube, was auch immer da als nächstes kommt, man muss das so Stück für Stück antesten. Ich bin da wie gesagt nicht immer die allererste und nicht die, die ganz weit vorne dabei ist. Ich weiß auch nicht, ob ich jetzt irgendwie in. Jetzt ob sich jeder da als Avatar sehen muss, wie er die Kleider dann anprobiert, ob das dann wirklich so viel hilft. Also ich glaube, was einfach gut hilft, ist, wenn die Kleider online gut dargestellt sind. Wenn die Beschreibungen dann trotzdem auch stimmen, wenn die Materialität stimmt und da kommt dann wieder das, das, das Offline dazu, wenn ich eben vielleicht auch eine Hotline haben Kundenservice Wir haben ein Formular, da können die Leute hinschreiben, nehmen sie zurückgerufen oder können uns auch anrufen und können mit einer Mitarbeiterin das diskutieren. Und ich glaube, die Kombination aus dem persönlichen und den wir gehen manchmal dann parallel mit den Kunden im Webshop die Sachen durch und die Kunden sind A Ich habe jetzt einen großen Busen. Meinen Sie das Kleid oder jenes oder hier und dann? Ich glaube, so nähert man sich eigentlich am besten und kann, ja kann auch die besten Ergebnisse dann erzielen.

Sibel Brozat:

Kommen wir zu den größten Herausforderungen, Gibt da ein Punkt oder zwei Punkte, über die du sprechen magst, die vielleicht unerwartet waren. Einen hast du ja schon genannt und wie du damit umgegangen bist.

Sonja Kiefer:

Ich glaube, die größte Herausforderung ist dieser Kollektion und des Am Markt bleibens. Weil es ist eigentlich nicht ein Problem, das mal auftaucht, sondern ständig, täglich, also täglich. Liefert irgendein Stoff Lieferant nicht, macht irgendeine Produktion einen Fehler, geht ein Kunde pleite. Ein Großhändler. Also es ist so diese, die die Dauerbelastung, die, glaube ich, die größte Herausforderung ist. Man lernt damit umzugehen. Am Anfang macht man sich wegen jeder Kleinigkeit total verrückt und denkt, die ganze Welt bricht zusammen, weil ein Stoff Lieferant nicht liefert. Da muss man halt ein Ersatz suchen, man muss mit dem verhandeln usw. Ich glaube, da spielt einem natürlich dann irgendwann die Erfahrung in die Karten. Aber es gab nie in der Kollektion einen großen Wendepunkt oder es gab nie einen Punkt, wo ich gesagt habe Jetzt, jetzt, jetzt werfe ich alles hin. Klar. Als dann wirklich mit Anfang Korona auf einmal die ganzen Läden schließen muss, hat man schon mal ganz kurz da gesessen und gesagt Wow, was mache ich jetzt? Wie, wie geht es jetzt weiter? Da war natürlich eine allgemeine Panik überall. Das hatte aber jetzt nichts mit meiner Branche oder mit meiner Firma oder so zu tun. Ja, ich glaube, so ist es. Also für mich ist es das das Meistern des Das, das des täglichen Chaos und das beständig am Markt bleiben, weil alles, was zu sehr Hype ist und zu sehr gefeatured wird, überall stürzt dann auch sehr tief wieder ab, weil es ist so Nichts bleibt auf ganz lange Zeit auf einem ganz, ganz hohen Niveau. Und deswegen ist es immer gut, finde ich, wenn man sich in so einer gesunden Auf abwärts Welle bewegt. Man hat mal Saisons, da kommt es einfach mehr an und wird mehr gefragt. Jetzt haben wir natürlich auch eine Mörder Nachfrage in diesem Sommer aufgrund der ganzen Feiern und Hochzeiten und Jubiläum, die nachgeholt worden. Wir waren mit Abendkleidern so was von ausverkauft. Also selten, dass die Leute so viele Kleider brauchten. Manchmal gibt es einfach auch Umstände, die man dann selber gar nicht so beeinflussen kann.

Sibel Brozat:

Das ist schön, dass du das so erzählst. Auch diese ständigen Auf und Abs und die Möglichkeiten davon. Lieferanten, die ausfallen über zahlungsunfähige Kunden. Und so weiter. Das ist schön, dass du es erzählst, weil alle, die mit mit der Selbstständigkeit anfangen, denken, das passiert nur ihnen. Und wenn man hört, dass es eigentlich dazugehört und dass das eigentlich jeden passieren kann, dass das doch vielleicht geteiltes Leid ist. Halbes Leid, sage ich erst mal und dann ist es doch vielleicht schön zu sagen okay, das kann ich nicht ändern. Und ich kann aber versuchen, damit umzugehen, es zu akzeptieren und zu schauen, was ich drauf mache, weil es gehört einfach zu diesem Job dazu. Das kann man nicht genau sagen.

Sonja Kiefer:

Sydney wird nie ganz ohne klappen. Also die Firma möchte ich sehen.

Sibel Brozat:

So redet nur keiner drüber. Ja, ja, na klar. Kommen wir zu dem, worüber alle immer gerne reden. Die Erfolge. Was war für dich so der größte Erfolg? Oder vielleicht ein Erfolg, wo du gesagt hast okay, jetzt habe ich es geschafft. Oder so ein emotionaler Erfolg, der dir ganz viel bedeutet, den du mit uns teilen möchtest.

Sonja Kiefer:

Ich glaube, der der emotionalste Moment für meine Kollektion in den Schaufenstern gesehen habe, in dem Handel gesehen habe. Also ich hatte gleich eben verschiedene Kunden, glücklicherweise über die ersten Messen und bin dann durch meine Heimatstadt Frankfurt gelaufen hier in München. Und die ersten hatten die Sachen dann sogar im Fenster und haben das eben als neue Neuentdeckung präsentiert. Und ich habe meinen Namen da gesehen und diese Sachen im Schaufenster, weil das war wirklich so ein Traum, dass ich irgendwann an einem Schaufenster vorbeilaufen und sage Wow, da sind da so meine Sachen. Das war so ein sehr emotionaler Moment. Und der zweite war, dass sich dann ich habe 96 mich selbstständig gemacht und 2000 habe ich dann von der L Form H Gruppe eine Auszeichnung bekommen. Als Abendkleid oder Abendkleid war das Designer des Jahres über den Burda Verlag. Das war im Namen im Rahmen der New Faces Geschichte der Bunten. Und diese Kooperation gab es dann die Jahre später gar nicht mehr. Also es war wirklich so eine totale Ausnahme, dass das einfach im Header irgendwie auch mit ausgezeichnet hatte und in Deutschland geschaut hatte, wer das bekommt. Und das war natürlich auch noch mal so ein Meilenstein, dass man so ein Preis bekommt.

Sibel Brozat:

Ja, Wahnsinn! Gratuliere dazu noch mal Frage, die ich an dich habe Jetzt hast du schon ganz viele Tipps rausgehauen. Aber vielleicht hast du noch einen Tipp, den du gerne mit auf den Weg geben möchtest.

Sonja Kiefer:

Ja. Ich glaube also, mein Tipp wäre, dass man man auch nicht zu viele Leute fragt nach der Meinung, weil zehn Personen zehn Meinungen. Wenn man eine Idee hat, einfach machen, ins kalte Wasser springen. Man sollte überzeugt sein, man sollte einsatzbereit sein. Also es läuft nichts nebenbei. Das ist das Erste. Man sollte mit Problemen umgehen können. Keine Firma läuft am Schnürchen ohne ohne Probleme. Also man, man glaube, ich sollte selber in sich hineinhorchen. Bin ich ein Typ, der die Selbstständigkeit mag? Stelle ich mich Problemen? Komme ich damit klar oder habe ich nur schlaflose Nächte? Kann ich damit leben, dass der Umsatz vielleicht auch mal nicht gut ist? Wie also wie bin ich einfach von meiner Emotionen? Wie wie stabil bin ich was, was so was angeht? Und dann merkt man ganz schnell schon gibt einfach Leute, die sind Typ für so was und andere nicht. Was gar nicht schlimm ist, weil die sind wahrscheinlich wahnsinnig gut in dem, was sie machen, aber einfach nicht. Nicht geschaffen für die Selbstständigkeit. Ich glaube, das ist das erste Kann ich das? Und das zweite ist, mit was ich mich selbstständig mache. Das ist das, wovon nicht das, was ich kann, wovon ich überzeugt bin, weil klar auch zu mir wurde, was Designer es ist genau wie Schauspieler oder oder Popstar oder was auch immer. Das sind ja für die breite Masse solche Berufe. Das sind irgendwelche Traum Geschichten, die man nicht verwirklichen kann, sondern die irgendwelche Hirngespinste oder was auch immer. Und das ist nicht so, weil es gibt tolle Schauspieler, es gibt tolle Sänger, es gibt tolle Designer und man kann glaube ich in jedem Bereich super erfolgreich sein, wenn man das mit vollem Einsatz, mit Herzblut macht und wenn man auch selber sich da nicht beirren lässt von dem ganzen Drumherum.

Sibel Brozat:

Vielen Dank, liebe Sonja, dass du dir die Es hat super Spaß gemacht, ein Blick hinter die Kulissen bei dir zu werfen. Vielen Dank dafür. Danke dir.

(Cont.) Sonja Kiefer, Modedesignerin - über ihren Werdegang und ihren Erfolgsfaktor Beständigkeit